DIVES|HALF GIRL|JOLLY GOODS

15 JAHRE SILUH LABEL – NIGHT

— leider abgesagt ! —

Nachdem die Regierung ein Veranstaltungsverbot erlassen hat, sehen auch wir uns in der Verantwortung alle anstehenden Veranstaltungen vorerst abzusagen.

Für diese Veranstaltung wird es einen Ersatztermin geben! Alle erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung! (07752 / 81818 oder office@kik-ried.com)

Wir alle hoffen, dass sich die Situation bald wieder normalisiert und alle gsund bleiben!

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Dives

Das Wiener Indie-Surf-Trio DIVES präsentiert mit „Teenage Years Are Over“ ein großartiges Debütalbum. DIVES wissen, was sie können, was sie zu dritt ausmacht und welche Songs sie schreibenwollen. Mit ihrem ersten Longplayer steigen sie nun in die Riege der großen Indie-Bands Europas auf.DIVES haben bereits mit ihrer EP einen rasanten Start hingelegt. In Dresden vor 12.000 Menschen, am Popfest Wien, auf Tour mit Courntey Barnett oder als Support von Franz Ferdinand, Bilderbuch oder den Vengaboys am Wiener Ballhausplatz – in den drei Jahren seit ihrer Gründung durchs Pink Noise Girls* Rock Camp haben sie nicht nur große Bühnen und wichtige Festivals (Reeperbahn,c/o Pop) bespielt sondern auch kaum einen kleinen coolen Club ausgelassen (8mmBar, Ostpol Dresden, oder auf ihrer Balkan Tour). DIVES haben diesen Geist nun gemeinsam mit dem Produzenten Wolfgang Möstl (Voodoo Jürgens, Clara Luzia, Nino aus Wien) auf „Teenage Years Are Over“ eingefangen. So haben sie sich ihren Ruf selbst erspielt, sie bestimmen die Regeln,

nach denen sie arbeiten wollen, und dafür brauchen sie keine Erlaubnis und keine gut gemeinten Ratschläge. Appreciate your concern, you’re gonna stink and burn. Großes Selbstbewusstsein trifft auf ein hohes Gespür für Melodien und Dynamik. Ihr Sound spannt einen Bogen von Slits-angelehnten Riffs („Pumpkin“) bis hin zu stadionesquem Balladentum in schwelgischer Opulenz („Stay Right Here“). Die erste Single “Chico“ ist eine Ansage an Sexisten, In-DMs-Slider und Mansplainer. Mit „Tomorrow“ und „Waiting“ finden sich zwei ganz große Ohrwürmer auf dem Album. „Nightdrive“ kann als Soundtrack für nächtliche Trips dienen. Und mit dem Cover „Looking for a Fight“ der Punkrock-Band Bleached verbeugen sie sich vor einem ihrer wichtigsten Ein flüsse.DIVES schreiben sur figen Garagenpop mit selbstbestimmten Texten. Sie scheuen sich nicht, jemandem ordentlich die Meinung zu sagen. Hier gibt es kein Geheule über vergebene Chancen, keine falschen Eitelkeiten, und keine gespielte Coolness,nur um dabei gewesen zu sein. Auf die anfänglichen Zweifel – waren sie gut genug,wohin wollen sie und was, wenn die jugendliche Leichtigkeit verloren geht – haben DIVES ihre Antwort gefunden: Auf den Bühnen, in ihren Songs und nicht zuletzt beisich als Vertraute und Weggefährtinnen.Diesen Esprit verdeutlichen auch ihre mit viel Fingerspitzengefühl produzierten Musikvideos, wie zuletzt in „Chico“ (Regisseur Kevin Pham). Es zeigt die raf finierte Coolness der drei Musikerinnen im Fahrtwind eines Speedboots, das über die schöne blaue Donau fegt.“Teenage Years Are Over“ darf ein großer Wurf genannt werden. DIVES haben damit das Leben destilliert, das in ihnen ist.

Half Girl

HALF GIRL ist Berlins unheimlichste All-Girl-Super-Group um Julie Miess (Mutter, Britta), VeraKropf (Luise Pop), Anna-Leena Lutz (Die Heiterkeit) und Gwendolin Tägert (MondoFumatore). Anfang September 2016 erscheint ihr lang-erwartendes Debüt-Album „AllTomorrow’s Monsters“ auf Siluh Records / Cargo. An den Reglern waren unter anderemSchneider TM & Chris von Rautenkranz.Mit Melodien, eingängig und schön wie in den Sechzigern, aber doppelt so schnellund doppelt so hart, erzählen Half Girl vom Monströsen und der Schönheit desNormbruchs. Herzergreifend lustiger Sixties Garagenmetal, finster-smarterSingalong Punkrock, Easy Industrial – Rockismus wird gefeiert und dann feierlichgekillt. Alle Kinder der Nacht sind eingeladen, das schwarze Fell zu bürsten, dieGoldzähne zu wetzen und Half Girl in die Dunkelheit zu folgen. Diese Platte ist eine Liebeserklärung. Diese Platte ist viele Liebeserklärungen. Oder so:Diese Platte ist eine Liebeserklärung an Vieles: Monster, Musik, Fankultur,Frauenbefreiung und nicht zuletzt an die eigene Band. Im Lied „Monstergang“ – welches,darf ich verraten, dieses Info strukturieren wird – kommt fast all das zusammen. Zuerstwird die Gang als Ganzes vorgestellt: „They call us Monstergang, don’t like our goldenfangs, they don’t like our soft black fur. They call us hairy girls, don’t like our shiny curls,they don’t like to hear us purr.“ Die Selbststilisierung als Rasselbande wilder Outcastspräzisiert die von Stereo Total geprägte Bauernregel „Die Frau in der Musik stört immer.“Die Frau in der Musik stört, wenn sie im Rudel auftritt, Zähne zeigt und nicht aufpasst,dass alles schön glattrasiert ist. Parallel zur femalebonding Räuberromantik entsteht in

den Bildern von Gold und weichem Pelz auch ein Hauch von naturwüchsigemAccessoireluxus. Die Strophen stellen sodann jedes Mitglied dessen, was man, wie wirsehen werden, wohl als „Supergroup“ bezeichnen muss, in liebevollen minimalistischenEinzelportraits vor: „Half Girl 1 is much too strong, she has never played it wrong, she’s as sweet as candycake, she has never played it fake.“ Hierin erkennen wir die Schlagzeugerin Anna-LeenaLutz. Bis vor kurzem trommelte sie auch – leiser als ihr Temperament es verlangte – bei„die Heiterkeit“. Ähnlich ihrem famosen Vater Chris Imler, steht sie für geschmackvollindezente Garderobe und körperintensive Dreschdynamik.“. Der Schluss des Coupletsthematisiert ihren fröhlichen Charakter.„Half Girl 2 has too much speed, when she plays your eardrums bleed, in blue red smokeher guitar’s gone, she has a nice collarbone.“ Am schönen Schlüsselbein erkennt manunschwer die Wiener Surfgitarrenheldin Vera Kropf, Kopf der vielleicht wichtigstenDiskurspopgruppe Österreichs, „Luise Pop“. Ihr Spielstil ist wesentlich für die GarageRock-Tupfer im Klangbild der Platte verantwortlich. Ihre markante Stimme flirrt imHintergrund. „Half Girl 3 had too much Glam, so he had to leave the band, suddenly materialized –Gwendolin, the friendly Geist!“: Die zwei unscheinbaren Zeilen enthalten Bände geballterBandgeschichte. Man darf nicht vergessen, dass es Half Girl vor diesem Debut hierbereits märchenhaft lange gab. Bei ihrer Gründung 2009 spielte auf der Bassposition nochder damals gefeierte Popdandy und Singer/Songwriter Jens Friebe. Der 40-jährigeWahlberliner aus Lüdenscheid, um den es mittlerweile eher still geworden ist, verließ dieFormation aber wohl nicht aus Glamour-Missverhältnissen, sondern infolge amouröserVerwerfungen, mit deren Einzelheiten die Leserinnen aber nicht weiter unterhalten werdensollen. Nach einem kurzen Zwischenspiel Julia Wiltons („Poptarts“) wurde GwendolinTägert als endgültige musterwürdige Nachfolgerin installiert. Kenner kennen sie als Drittelder Berliner Kultcombo Mondo Fumatore. Dort hat sie dekadenlang immenseWissensschätze über die ideale Zubereitung ultraamerikanischen Indierocks angehäuft.Hören Sie, wie sich quietschend der Truhendeckel öffnet, wenn ihr Plektrum die Seitenkratzt. Auch sie spukt gesanglich freundlich im Hintergrund.„Half Girl 4 is six feet tall, never tell her that she’s small, never say you don’t like cats, oreven worse, you don’t like bats!“ Hier skizziert sich die kleine tapfere Leadsängerin undlöwenanteilige Texterin Julie Miess selbst. Die Fledermausaf finität steht natürlich fürsschon lang und breit angedeutete Horror-Geektum. Parallel zu ihrer Musikkarrierearbeitete Miess ausgiebig zum Thema Frauen im Horror und schrieb die Doktorarbeit„Neue Monster: Postmoderne Horrortexte und ihre Autorinnen“. Emanzipation undMonstrosität hängen bei ihr in Theorie und ästhetischer Praxis eng zusammen, denn dasMonster symbolisiert sowohl Handlungsmacht als auch das ausgeschlossene,geschundene Andere, das umarmt werden will. Für den ersten Fall mag die Hommage anLemmy Killmister stehen („Lemmy, I’m a feminist, but I love you all the way“), für denzweiten das Lied „Im Zeichen des Donald“, in dem sich Miess mit der allseits beliebtenallzeit zum Scheitern bereiten Ente vergleicht.Miess ist eigentlich gelernte Bassistin, sie spielte bei „Britta“ und dem bereits erwähntenJens Friebe. Bei Half Girl gab sie den Job ab, um den Kopf zum Singen – die Hände fürsein oder andere furiose Orgelsolo frei zu haben. Ihre Texte und ihr Gesang haben bei denSongs den Liedern der früheren Phase die klassische Naivität von Popsongs der 50erJahre. Bei den späteren Stücke – vor allem die mit mehr deutschem Text – finden sich

mehr Stilexperimente und psychologische Abgründigkeit. So zeigt sich etwa in „Narzissenlieben mich“ Miess’ Jugendliebe zum Noise. Auch mag man in der ernsthaftenEindringlichkeit des Textes den Ein fluss Max Müllers spüren, dessen legendärer BandMutter sie seit 2014 als Keyboarderin angehört.

Jolly Goods

Fries instead of party anecdotes, Slowlife instead of Self Hate, Pop instead of Productivity.
“We Drown In Possibilities” is a key line on Slowlife, the new album from Jolly Goods. Across the span of ten songs, siblings Tanno Pippi and Angy Lord navigate an overload of possibilities to work, to date, to express themselves creatively, to communicate, even. Fatigue? Yes, but they do not fold under unfulfillable demands placed on others and themselves by everyday life – rather, they assert their right to opt out of the eternal social rat race („Eating Fries“) or to underscore the hollowness of workplace constructs (“50 Emails”). Jolly Goods have long recognized that diving down the rabbit hole of mindfulness workshops or purchasing slow-cookers won’t improve your existence. That’s not enough. It can’t be enough. The slow life must prevail, because this constant floundering within the tangled mesh of the meritocracy – it’s „sucking all the energy.“

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Bis zum Event
    Datum

    Fr. 17. April 2020

    Beginn: 20 Uhr

    Einlass: 19 Uhr

    Vorverkauf

    online - Start: 15. Februar, 10 Uhr

    KiK Ried, Thalia Ried und Raiffeisenbank Ried

    Ermäßigung

    2 € für KiK, Ö1 und AK Mitglieder. SchülerInnen, StudentInnen, Lehrlinge, Zivil- und Präsenzdiener: Veranstaltungsabhängig.